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Testen Sie schnell Ihre Kenntnisse über die französische Literatur, indem Sie die folgenden 24 Fragen beantworten.

CATHERINE MEURISSE: „LE PONT DES ARTS“

CATHERINE MEURISSE: „LE PONT DES ARTS“

Spätestens seit „Mes hommes de lettres“ weiß das französische Publikum um des großen Literaturinteresses der Comiczeichnerin Catherine Meurisse, die auch regelmäßig für Charlie Hebdo zeichnet. In „Le pont des arts“ geht sie nun den Verbindungen zwischen Malerei und Literatur auf den Grund. Ihr Spaziergang durch die französische Kunstgeschichte vom ausgehenden 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erzählt humorvoll von den großen Persönlichkeiten, Gemälden und Paradigmen, die zwei Jahrhunderte französischer Kunstgeschichte geprägt haben.

Da lästert Delacroix im Hause George Sand über die Manierismen seines Kollegen Ingres, Théophile Gautier spricht von seinem „L’art pour l’art“ und stellt beim Anblick der Malerei der Realisten schockiert fest, dass in der Malerei schon längst ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, wohingegen Kollege Baudelaire in einem Rundgang durch den Louvre klarmacht, wo für ihn die Moderne hinführt. Nebenbei wird die Handlung der großen Künstlerromane Zolas und Balzacs zusammengefaßt.

Bei aller Übertreibung gibt Catherine Meurisse ein erstaunlich treffendes Resümee der französischen Kunstgeschichte. Dem Kenner muss dieser Comic ein großer intellektueller Spaß sein, dem Kunst-Laien wird vielleicht nicht jede Anspielung verständlich werden, doch ein Glossar erlaubt sich zu den einzelnen genannten Persönlichkeiten zu informieren.

Claudia Sandberg

Sarbacane, 2012
24 €

JULIE BIRMANT & CLÉMENT OUBRERIE: „PABLO“

JULIE BIRMANT & CLÉMENT OUBRERIE: „PABLO“

Gemeinsam mit der Szenaristin Julie Birmant, hat der Zeichner von „Aya de Yopougon“, Clément Oubrerie, eine neue fabelhafte Serie begonnen. „Pablo“ versetzt uns in das Paris des beginnenden 20. Jahrhunderts und erzählt von den Anfängen und dem Aufstieg Picassos. Der berühmte Maler begegnet im Comic den wichtigsten Figuren der französischen Kunstszene um 1900 und zeigt sie uns von unbekannter Seite: Degas wird als griesgrämiger alter Antisemit gezeigt, Berthe Weill als pragmatische Geschäftsfrau, der Poet Max Jacob als erster wahrer Entdecker Picassos und wir lernen den stets traurig-verliebten Carlos Casagemas kennen, dessen Selbstmord Picasso zu seiner blauen Periode inspirierte.

Der Clou des Ganzen ist jedoch, dass die Geschichte des Malers mit der Biographie einer ungewöhnlichen weiblichen Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts verwoben wird, derjenigen der wohl berühmtesten Muse des Malers: Fernande Olivier. Nicht zuletzt überzeugen auch die Illustrationen, die in harmonischen gebrochenen Farben die Stimmung auf dem Montmartre einfangen, die noch heute den Mythos der Stadt ausmacht. Und das Schönste zum Schluss: drei weitere Teile sind in Planung.

Claudia Sandberg

Dargaud, 2012
20 €

MATTHIAS PICARD: „JEANINE“

Matthias Picard - Jeanine

Am Tage sitzt Jeanine am liebsten in ihrem gemütlichen Wohnzimmer und schaut Quizshows und Pferderennen im Fernsehen. Auf den ersten Blick ist sie eine ganz normale 60ig-jährige, wäre da nicht ihr ungewöhnlicher Beruf. Denn Nachts arbeitet sie unter dem Pseudonym „Isa la Suédoise“ als Prostituierte in Straßburg. Offenherzig und unverklemmt, erzählt Jeanine ihrem jungen Nachbarn von ihrer Lebensgeschichte. Dabei kommen immer mehr sagenhafte Anekdoten zum Vorschein. Kann sie wirklich das Massaker vom 26. März 1962 in Algier überlebt haben? Wie kam sie dazu, auf dem Welt-Huren-Kongress in Amsterdam zu sprechen?
In seiner ersten Comicveröffentlichung rekonstruiert Matthias Picard puzzel-artig das Leben einer Frau, die während seiner Studienjahre seine Nachbarin war. Dabei beschreibt er gleichzeitig das persönliche Verhältnis, das während der gemeinsamen Treffen entstand. Seine originelle zeichnerische und erzählerische Umsetzung ist sowohl spannend als auch einfühlsam.

Claudia Sandberg

L’Association, 2011
21 €

Lewis Trondheim: „Ralph Azham“

Lewis Trondheim Ralph Azham

Seine merkwürdige hellseherische Gabe bringt Ralph nichts als Sorgen ein. Nachdem seine Ernennung zum Auserwählten fehlgeschlagen ist, verachten ihn die Bewohner seines Dorfes, die Schwester seines Erzfeindes ist zu seinem Widerwillen dennoch unsterblich in ihn verliebt und dann sperrt man ihn auch noch zu den Schweinen, weil er den Ältestenrat verärgert hat. Als das Dorf von einer Horde von blutrünstigen Kriegern überfallen wird, bietet sich Ralph eine Möglichkeit sich zu beweisen…
RALPH AZHAM hat alle Ingredienzien um zu einem erfolgreichen DONJON-Nachfolger zu werden: Eine farbenfrohe Fantasiewelt, die von Trondheims Ehefrau Brigitte Findakly koloriert wurde, einen sympathischen Antihelden und witzige Dialoge. 

Claudia Sandberg

 

Éditions Dupuis
15 €

Bastien Vivès: „Polina“

Bastien Vivés Polina

Bastien Vivès’ neustes Buch mit dem schlichten Titel „Polina“ erzählt die Entwicklung einer kleinen Primaballerina hin zu einer erfolgreichen Künstlerin des modernen zeitgenössischen Tanzes. Zeichnerisch studiert Vivès hierin Bewegung, Harmonie und Ausdruck im Ballett. Er konzentriert sich dabei ganz sachlich allein auf das Element der Linie und schafft damit in ihrer Einfachheit schöne Schwarz-Weiß-Zeichnungen, ganz frei von klebrigem rosa Kitsch. Aber Vivès ist nicht zuletzt auch ein Meister des Erzählens und so begegnet der Leser Polina an den entscheidenden Etappen, die den Lauf ihres Lebens bestimmen werden: die erste Aufnahmeprüfung, der harte Einzelunterricht, die Freundschaften im Internat und... ...natürlich die Liebe. So ist Bastien Vivès ein zugleich zärtliches, aber auch düsteres Porträt des Balletts gelungen. Denn das Leben einer Tänzerin ist nicht immer einfach und schön.

Claudia Sandberg

Éditions Casterman
21 €

Bastien Vivès: „Le goût du chlore“

Le goût du chlore

In „Le goût du chlore“ widmet Bastien Vivès sein künstlerisches Talent einem eigentlich banalen Ort: dem Schwimmbad. Dorthin folgen wir einem jungen Mann, dem wegen seiner fortgeschrittenen Skoliose regelmäßiges Schwimmen verordnet wurde. Von Natur aus eher unsportlich, kostet es ihn anfangs einige Überwindung sich einmal wöchentlich im Schwimmbecken zu ertüchtigen. Doch das ändert sich schnell, als er dort eine hübsche und überaus sportliche junge Frau kennen lernt. Was wie eine klassische Liebesgeschichte beginnt, führt uns dennoch nicht raus aus dem Schwimmbecken, rein in eine Beziehung, sondern nur immer tiefer ins Wasser. Denn Bastien Vivès’ Ziel ist es, mit akkurat gesetztem Strich immer wieder andere Ansichten des menschlichen Körpers beim Schwimmen darzustellen.
Die kühle Atmosphäre des Schwimmbads in blau-grünlichen Farbtönen und die evozierte Stille unter Wasser werden vom Künstler zu einer surreal anmutenden Welt ästhetisiert, in die man von Seite zu Seite mehr eintaucht, bis man glaubt das Chlorwasser riechen, ja schmecken zu können.

Claudia Sandberg

Éditions Casterman
19 €

Die Trilogie „Rosalie Blum“ von Camille Jourdy

Die Trilogie um Rosalie Blum

Die Trilogie um Rosalie Blum ist ein Comic für Erwachsene. In sprühenden Farben und mit Liebe zum Detail hat die junge Illustratorin Camille Jourdy eine mitreißende Geschichte um skurril-komische Charaktere ersonnen: Da ist zunächst Vincent, der einsame Friseurladeninhaber, der sich nicht von seiner tyrannischen Mutter emanzipieren kann und von der Freundin verlassen wurde. Aber auch Aude ist unzufrieden mit ihrem Leben. Nachdem sie das Studium abgebrochen hat, lebt sie orientierungslos in den Tag hinein und teilt ihre Wohnung mit einem gescheiterten Zirkusakrobaten samt dessen ungewöhnlichen Haustieren. Im Mittelpunkt steht jedoch die mysteriöse Rosalie Blum. Als Vincent die Verkäuferin eines Tages in einem Lebensmittelgeschäft sieht, hat er ein Déjà-vu. Wann in seinem Leben hat er diese Frau nur schon einmal gesehen? Auf der Spur des Rätsels Lösung beginnt Vincent Rosalie Blum auf Schritt und Tritt zu folgen. Doch er ist nicht der einzige, der hier jemanden ausspioniert. Mit großem zeichnerischen Talent und erstaunlicher Sensibilität hat Camille Jourdy trotz der depressiven Veranlagung ihrer Charaktere ein wahres „Gute-Laune-Buch“ geschaffen. Zurecht hat die Autorin für „Rosalie Blum“ 2009 den Grand Prix RTL erhalten. Un vrai bijou!

Claudia Sandberg

Éditions Actes Sud
Band 1, „Une impression de déjà-vu“, 2007 - 21 €
Band 2, „Haut les mains, peau de lapin !“, 2008 - 21 €
Band 3, „Au hasard Balthazar !“, 2009 – 21 €

SCHAUFENSTER

"Engagez-vous" von Stéphane Hessel - französische Ausgabe

"Engagez-vous" von Stéphane Hessel - französische Ausgabe

Auf die Empörung folgt das Engagement. Während die Deutschen noch etwas auf die Übersetzung warten müssen, bekommen Sie bei Zadig bereits jetzt Stéphane Hessels neuestes Buch "Engagez-vous !"

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